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LTB 365 (2007) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ZicheFan   
Dienstag, 14. April 2009 um 21:13 Uhr
LTB 365: Rezension(© Egmont Ehapa)
 

Cover / Erster Eindruck

Das LTB fährt Achterbahn: LTB 363 enttäuschte und LTB 364 weckte fast vergessene Glücksgefühle wieder zum Leben. Insofern scheint die Qualität von Ausgabe 365 unvorhersehbar. Ob diese Eigenschaft auch die Geschichten betrifft, muss noch überprüft werden. Das Cover (Dagobert im Jack-Sparrow-Look) ist originell, wenn auch nicht besonders schön, doch wahre Freudentänze löst die durchschnittliche Seitenzahl pro Geschichte in diesem Monat aus: 31 Seiten sind einer Geschichte im Schnitt gewidmet. 

 

Rummel im Piratenpark

  • 38 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Per Hedman
  • Zeichnungen: Massimo Fecchi

Gut Dagobert will von Donald und den Kindern eine soeben gekaufte Lagerhalle freiräumen lassen, ohne zu wissen, was sich darin befindet. Die Neffenschar findet daraufhin verstaubt und fast vergessen die Überreste eines alten Rummelplatzes, inkl. Karussell und Riesenrad. Donald, Trick, Trick und Track haben vor, den Rummel wiederzueröffnen, bekommen jedoch aufgrund des maroden Zustandes der Attraktionen keine „TÜV“-Zulassung. Doch bald findet sich in einer Bude eine Schatzkarte. Da wird nicht lange überlegt, und kurze Zeit später schippern die vier Ducks mit Dagobert als Finanzier über die Weltmeere. Dumm nur, dass dort auch Piraten lauern... Wie man’s nicht macht, hat uns Per Hedman zuletzt in LTB 363 mit einer grottenlangweiligen Bancells-Koproduktion gezeigt. Auch dieses Mal will die Story nicht so richtig in Gang kommen. Gute Ideen sind vorhanden, doch hätte man mehr aus dem Plot herausholen können als eine simple „Die-Ducks-gehen-auf-Schatzsuche-und-werden-von-Dieben-verfolgt-Story“. Die Übersetzer haben dagegen gemäß dem Trend der letzten Monate an einigen Stellen gut gewählte Worte gesetzt und auch die Zeichnungen von Massimo Fecchi, der bei seinem letzten Auftritt in LTB 361 nicht 100%-ig überzeugen konnte, sind wieder auf gewohnt gutem Niveau angelangt. Note: 2- 

 

Der singende Bandit

(© Egmont Ehapa)

  • 27 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Horace
  • Zeichnungen: Marco Gervasio

Gut Meine Damen und Herren. In unserem Programm geht es weiter mit einem Italo-Western. In den Hauptrollen: Micky Maus und Goofy, sowie einige Bewohner des Städtchens Hillbilli. Im speziellen zu nennen sei hier Kenny Klampf, der Großenkel des berüchtigten singenden Banditen Klint Klampf, dessen Gespenst des Nachts durch die Stadt streift und einen Höllenlärm verursacht. Ob es den Entenhausenern gelingt, den Spuk aufzuklären, erfahren Sie im Laufe der Geschichte, von der ich mich übrigens ausgesprochen angesprochen fühle. Die Bilder des Starregisseurs Marco Gervasio werden den Wilden Westen direkt in Ihre Seele transferieren und die Synchronsprecher, die die Texte auch ins Deutsche übersetzt haben, schenken Ihnen so manches Bonbon ihrer Kunst. Viel Vergnügen bei „Pets Geisterstunde“. Oder... Nein, doch nicht, das war nur der Arbeitstitel. Vielmehr wünsche ich ihnen viel Spaß mit der folgenden Produktion, wie auch immer sie heißen möge... Note: 2+

 

Franz schöpft Verdacht

(© Egmont Ehapa)

  • 24 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Diego Fasano
  • Zeichnungen: Blasco Pisapia & Guglielmo Venturini

Mittelmaß Nach ihrer Veröffentlichung in Italien vergingen neun Jahre, bis diese Phantomias-Story den Weg nach Deutschland gefunden hat. Nun ist es endlich soweit und... Na ja. Wirklich gelohnt hat sich die nachgeschobene Veröffentlichung jedenfalls nicht. Und darum geht’s: Oma Duck und die anderen Bäuerinnen und Bauern Entenhausens werden seit kurzem von Kriminellen heimgesucht: der Schutzgeldmafia des Bruno Bullich. Während die anderen Landwirte ans Aufgeben denken, will die wehrhafte Großmutter des Duck-Clans noch lange nicht ihre wohlbekannte Flinte ins Korn werfen. Und so schaltet sie Phantomias ein. Der wird bei seiner ersten Begegnung mit Bruno Bullich von selbigem erst einmal platt gemacht und muss sich nun ein paar Tage auf Dorettes Hof erholen. Dabei fallen ausgerechnet Franz gewisse Ähnlichkeiten zwischen Donald und dem Superhelden auf... Nette Storyidee, die jedoch von Blasco Pisapia bei seiner LTB-Premiere (!) gründlich in den Sand gesetzt wird. Der Kritzelphantomias, der in der Enten-Edition 4 noch passte, kann in diesem Plot mit seinen Träumen und im Gegensatz dazu auch knallharten Krimi- und Action-Passagen seinen Platz einfach nicht finden. Note: 3 

 

Ein kleines Malheur

  • 1 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Giorgio Figus
  • Zeichnungen: Paolo de Lorenzi

Gut Schon in LTB 362 beehrten uns die Koautoren Figus und de Lorenzi mit einem Düsentrieb-Einseiter. Im Gegensatz zu jenem versemmelten Einseiter ist dieser jedoch immerhin witzig. So ist der Kater einer älteren Dame beim stadtbekannten Genie in die Hütte gehüpft und hat dort ein Experiment gestört. Was nun aus dem Kleinen geworden ist, wird pointiert von Figus geschildert und gekonnt von de Lorenzi in Szene gesetzt. Note: 2 

 

Die Insel der Piraten

(© Disney)

  • 80 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Carlo Chendi & Luciano Bottaro
  • Zeichnungen: Luciano Bottaro

Highlight Diese Geschichte fällt gleich aus mehreren Gründen aus dem Rahmen der LTBs der letzten Jahre heraus: Sie ist gezeichnet von Luciano Bottaro, hat 80 Seiten und stammt aus dem Jahr 1959! Bei dieser Kombination ist schon vorauszusehen, dass wir hier eine erstklassige Geschichte vor uns haben, und dieser Verdacht erweist sich als richtig. Tick, Trick und Track treffen zu Hause auf einen Geist. Hierbei handelt es sich um den untoten Piraten Einbein. Als die Kinder ihm erzählen, dass ihr Onkel Donald nicht an Gespenster glaubt, schickt er die vier Ducks in seine Lebenszeit, und lässt sie ein echtes Piratenspektakel erleben, inkl. Dagobert als Piratenkapitän und den Panzerknackern als dessen Crew. Für optische Hingucker sorgt diverses Meeresgetier, zudem gefallen die teils ganzseitigen Zeichnungen. So erfährt auch die Lesergeneration der LTBs 200-350 die graphische Brillianz des 2006 verstorbenen Luciano Bottaro hautnah. Durch die tollen Übersetzungen wirkt die Geschichte zudem nicht so antik wie sie eigentlich ist. Ein echtes Highlight also, für das man sich durchaus mal ein Stündchen Zeit nehmen kann. Note: 1 

 

Der Schatz der Amureer

(© Egmont Ehapa)

  • 40 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Rodolfo Cimino
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Alessandro del Conte

Gut Dagobert möchte neuerdings die Wissenschaft fördern. Dass er das nicht aus reiner übergroßer Herzensgüte tut, dürfte dem geübten LTB-Leser sofort klar sein. Er ist dabei natürlich auf Profit aus. Und schon bald gibt es einen, der ihm das auch verspricht und ihn zum sagenhaften Schatz der Amureer, einem stinkreichen Meeresvolk, führen will. Dumm nur, dass dieser Professor Alzenheimer ein wenig vergesslich ist... Schöne Abenteuerstory aus Ciminos frischeren Zeiten. Zudem stimmen auch die Zeichnungen Scarpas (letzter Auftritt: LTB 364) und die Übersetzungen. Note: 2+ 

 

Widerspenstige Technik

(© Egmont Ehapa)

  • 8 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Gaya Perini
  • Zeichnungen: Lara Molinari

Gut Nach einer Pause von sieben LTBs kommt die Molinari-Fangemeinschaft (zu der ich mich zähle) hier mal wieder auf ihre Kosten – wenn auch auf nur acht Seiten. Es handelt sich um eine Gundel-Gaggeschichte. Der Besen unserer Hexe hat nämlich den Geist aufgegeben (kein Wunder, so oft wie der schon vom Vesuv nach Entenhausen geflogen ist). Als Ersatz bekommt sie einen ultramodernen Besen von der Werkstatt mit. Dumm nur, dass der bürokratisch programmiert ist und Gundel dazu bewegen will, sich an sämtliche Verkehrsregeln zu halten... Witzige Story mit erstklassigen Zeichnungen und exzellenten Übersetzungen. Ein paar Seiten mehr hätte der Plot aber schon hergegeben. Note: 2+ 

 

Fischzug mit Hindernissen

  • 32 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Paul Halas
  • Zeichnungen: Pasquale Venanzio

Mittelmaß Aufruhr bei Donald und den Neffen: Daniel Düsentrieb ist verschwunden, und zwanzig weitere Erfinder aus aller Welt mit ihm. Dennoch fahren die vier Ducks in den Angelurlaub. Dort erwartet sie aber statt erholsamen Ferien ein verrückter Adliger mit gefährlichen Fähigkeiten, der offensichtlich mit dem Verschwinden der genialen Männer zu tun hat... Die Storyidee ist seltsam und auch die gesamte Handlung kommt irgendwie konfus rüber. So könnte man Donalds Neffen aufgrund ihres Verhaltens hier als ungezogene Kleinkinder bezeichnen. Hinzu kommen die Zeichnungen Pasquales, die gegenüber der letzten Story (LTB 353) wieder abfallen und auf Durchschnittsniveau landen, immerhin also besser als eigentlich von ihm gewohnt. Note: 3 

 

Fazit

  • Highlight extralange Klassiker-Titelstory auf höchstem Niveau
  • Highlight keine Produktion unterschreitet mittelmäßiges Niveau
  • Highlight Starzeichner wie Scarpa, Bottaro und Fecchi
  • Mittelmaß Cover mit guter Idee und mittelmäßiger Ausführung

Gesamtnote: 2+ Es gelingt also nach dem guten Band des letzten Monats noch einmal eine Steigerung zum besten LTB seit Nummer 360!

 

Rezensent: Marcel Lorenz

rezensiert am: 14.08.2008

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 09. Juli 2009 um 08:56 Uhr
 
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