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Bertel-Express

Zeischrift für Enten, und solche, die es werden wollen

LTB 366 (2007) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: ZicheFan, LTB-User   
Samstag, 12. Dezember 2009 um 09:38 Uhr

Copyright Egmont Ehapa Cover / Erster Eindruck

Auf diesem LTB lasten hohe Erwartungen, schließlich stieg die Qualität von Band 363 bis Band 365 kontinuierlich. Bleibt eben nur zu hoffen, dass kein Absturz folgt. Durchschnittlich sind die einzelnen Geschichten 25 Seiten lang, das ist nicht mehr als Mittelmaß. Mal schauen, ob und wenn ja wie sich das auf die Qualität der Storys auswirkt. Als Extra gibt es diesmal 10 Feriensticker. Na ja, wer’s braucht...

 

Held in Badehosen

Copyright Egmont Ehapa

  • 36 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Laura Shaw & Mark Shaw
  • Zeichnungen: Flemming Andersen

Gut Die letzte Eröffnungsgeschichte von Flemming Andersen (in LTB 364) war durchaus überzeugend, und diese neue steht ihr in nichts nach. Donald hat sich in den Kopf gesetzt, Rettungsschwimmer zu werden. Tick, Trick und Track können sich das allerdings beim besten Willen nicht vorstellen. Und sie behalten vorerst recht: Donald besteht die Auswahlrunde für Rettungsschwimmer nicht und wird vorerst als Würstchenverkäufer am Strand angestellt. Den Jungs verschweigt er das aber, und so verbreiten sie bei Daisy und in der Schule, dass ihr Onkel jetzt sozusagen ein „Held in Badehose“ ist. Und bald fahren Tick, Trick und Track mit Freunden an den Strand, um ihren Onkel zu bewundern. Doch als wäre das nicht schon genug, taucht auch noch Daisys komplettes Damenkränzchen auf... Sehr vorhersehbar ist der Plot schon, durch die erstklassig-skurrilen Zeichnungen Andersens und die gute Übersetzung wird daraus trotzdem mit Leichtigkeit ein Lesetipp. Schön! Note: 2+

Rezension von Vitus: (SPOILERWARNUNG: Das Ende der Geschichte wird verraten!)

Donald findet hinten im Schrank eine Medaille, auf der vermerkt ist, dass er Rettungsschwimmer erster Güte sei. Darauf rennt er natürlich sofort zum strand, wo Muskelprotze gerade auf ihre Rettungsschwimmeraufnahmeprüfung warten. Sogleich legt er sich mit dem Schwimmerass Felix Freistil an. Im Wasser geht er nach ein paar Metern unter, doch seine Verwandtschaft (Tick, Trick, Track und Daisy) ahnt von alle dem nichts und erzählt all ihren Freunden, dass Donald Rettungsschwimmer sei. Sie beschließen, in den Sommerferien Donald zu besuchen. Doch als sowohl die Kinder als auch Daisy am Strand entdecken müssen, dass Donald Würstchenverkäufer geworden ist, versuchen sie, ihre Freunde einem Blickkontakt mit Donald zu entziehen. Die Frauen gehen segeln und die Kinder tauchen bis zur Bucht. Doch plötzlich beginnt der Wind zu drehen, wobei Daisy und Erna über Bord gehen und in einen Strudel geraten. Tick, Trick und Track versuchen, sie zu retten, doch auch sie werden von der Strömung mitgerissen. Donald wird benachrichtigt, worauf er blitzschnell zu der Stelle schwimmt, hinuntertaucht und seine Familie rettet. Doch dann wird er selbst mit der Strömung nach unten gerissen. Felix holt ihn wieder herauf. Donald ist von nun an Held der Familie und Hauptrettungsschwimmer. Sehr gut. Und Flemming Andersen hat diese Geschichte sehr gut gezeichnet. Zeichnungen: 1 Story: 1

 

 

Die Stadt in der Wüste

  • 35 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Paul Halas
  • Zeichnungen: Joaquín Cañizares Sanchez

Mittelmaß  Joaquíns Auftritte im LTB sind selten geworden: Seine letzte Koproduktion befand sich im LTB 350, das ist also schon über ein Jahr her. Dafür darf er hier auch mal wieder den größten Schwachsinn umsetzen: Micky und Goofy wollen eine Woche in der freien Natur verbringen und treffen stattdessen auf einen maroden Zirkus sowie auf Aliens, die entgegen Mickys ersten Behauptungen („Ich will mir gar nicht ausmalen, was die mit mir anstellen!“) seeehr friedlich sind. Ah ja. Interessant. Die Zeichnungen bewegen sich immerhin im Mittelmaß. Note: 4

 

Glatt vergessen

  • 6 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Roberto Gagnor
  • Zeichnungen: Giuseppe Facciotto

Gut Giuseppe Facciotto ist ein seltener Gast im LTB, das letzte Mal trat er in Band 337 auf. Außerdem ist dies seine erste und bisher einzige Koproduktion mit Roberto Gagnor, der seinerseits ebenfalls bisher nur wenige Geschichten in Deutschland veröffentlicht hat. Nun gut, diese Story ist gerade einmal sechs Seiten lang, doch gerade eine kurze Geschichte bietet ja gewisse Herausforderungen, z.B. das „Auf-den-Punkt-bringen“ des Schlussgags. Und das schafft Gagnor hier vorzüglich. Donald muss alle Jahre wieder auf den Wohltätigkeitsball von Daisys Damenkränzchen. In den bisherigen Jahren hat er sich dort jedes Mal blamiert, und auch diesmal scheint von vornherein alles schief zu laufen... Amüsante Gag-Story mit passablen Zeichnungen. Das gibt die Note: 2

 

Nimmermehr auf Abwegen

Copyright Egmont Ehapa

  • 26 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Silvia Gianatti
  • Zeichnungen: Alessandro Pastrovicchio
Highlight Bei seinem letzten Auftritt im LTB 350 lernte ich Alessandro Pastrovicchio als Zeichner kennen und freue mich seitdem auf eine neue Geschichte von ihm. Hier ist sie nun, und ich habe allen Grund, meine Begeisterung für den neuen Illustrator weiterhin zu schüren. Denn das, was Gianatti und Pastrovicchio hier abliefern, ist schon beinahe meisterlich. Dabei ist die Grundidee eigentlich recht simpel: Gundel schickt ihren Raben Nimmermehr los, um etwas von Dagobert zu stehlen. Nach einem Unfall im Entenhausener Stadtpark kann sich das Federvieh allerdings an nichts mehr erinnern. Als Nimmermehr dann noch zufällig auf Dagobert trifft, ist das der Beginn einer wundervollen Freundschaft... Es ist herzerwärmend, die platonische Liebe zwischen Dagobert und dem Raben mitzuerleben. Darauf einen Gin... äh... Blubberlutsch! Note: 1

 

Ein unerwarteter Verbündeter

  • 40 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Ricardo Secchi
  • Zeichnungen: Paolo Mottura
Gut Und wieder einmal folgt die obligatorische Phantomias-Story, diesmal aber mit einem Umfang von immerhin 40 Seiten! Nach fünf Jahren hat sich Paolo Mottura wieder an eine Geschichte gewagt, in der die Panzerknacker auftauchen. Und was soll man sagen: Er hat es nicht verlernt, sie zu zeichnen (welch Überraschung). Doch beginnt diese Geschichte wie soooo viele andere: Donald soll Phantomias überreden, zu einem Ball von Daisys Damenkränzchen zu gehen. Natürlich soll Donald gleichzeitig auch zugegen sein. Doch nein, dieses Mal ist dieses Problem nicht der Mittelpunkt des Plots, sondern ziemlich schnell gelöst. Kompliziert wird das ganze diesmal dadurch, dass unser Superheld seinen Wagen etwas dusselig abstellt und dieser von einem Panzerknacker gestohlen wird. Zwar ist gerade dieser Panzerknacker ein Phantomias-Fan (warum nur?), doch seine Brüder nutzen die Chance, mit dem Heldenauto Raubzüge zu unternehmen. Und schon bald ist der Ruf von Phantomias ruiniert... Kann altes + altes = neues sein? Offenbar schon, denn viele bereits da gewesene Elemente werden hier zu einer gut konstruierten und relativ komplexen Phantomias-Story gemixt. Dazu kommen passende Zeichnungen und überragende Übersetzungen. Ein Lesetipp. Note: 2
 
 

Einsamer Triumph

Copyright Egmont Ehapa

  • 30 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Alessandro Mainardi
  • Zeichnungen: Paolo De Lorenzi
Gut Die zweite Koproduktion von Mainardi und De Lorenzi, letzterer konnte in den letzten LTBs ja immer wieder begeistern, widmet sich Klaas Klever als Hauptperson, und das durchaus auf eine besondere Weise. Denn: Klaas Klever ist endlich der reichste Mann der Welt, er hat Dagobert endlich besiegt. Das will er natürlich gleich jemandem erzählen, doch es ist Sommer und so sind alle (inklusive Dagobert) im Urlaub oder sonnen sich irgendwo anders. Schließlich scheint es für Klaas Klever ein „einsamer Triumph“ zu werden, doch dann trifft er auf Herrn Düsentrieb... Das vorhersehbare Ende wird durch eine wunderschöne Nebenhandlung gut ausgepolstert. Und auch der Rest der Story weiß (bis auf einen Logikfehler auf S. 150 links unten) zu überzeugen – inklusive der gelungenen Zeichnungen De Lorenzis. Auf die nächste Veröffentlichung dieses begabten Zeichners im LTB darf man sich wohl schon jetzt freuen... Note: 2+
 
Rezension von Vitus: (SPOILERWARNUNG: Das Ende der Geschichte wird verraten!)

Irgendwie ist die Handlung schon bekannt: Klaas Klever versucht, Dagobert zu übertrumpfen. Dies gelingt ihm, was er unbedingt jemandem zeigen will, doch niemand hört auf ihn. Als er endlich Ohr findet, muss er in Ohnmacht fallend feststellen, dass er schon wieder der Zweite ist. Etwas langweilig. Zeichnungen: 1- Story: 3+

 
 

Spiele am Strand

  • 16 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Carlo Panaro
  • Zeichnungen: Francesco Guerrini
Mittelmaß  Mit Francesco Guerrinis Zeichnungen habe ich ja noch nie viel anfangen können. Zu sehr gekritzelt und meist überladen waren sie bisher für mich. Eine Ausnahme bildete da sein letzter LTB-Auftritt (Band 357). Und auch diesmal sind seine Illustrationen überraschenderweise sehr passabel, weder überladen noch kritzelig. Dafür ist die Story Panaros einmal mehr absolut zum Gähnen: Donald liegt am Strand, beobachtet Leute beim Volleyballspielen, will mitmachen, kann nichts, wird daher „vom Platz gestellt“. Da kommt ZUFÄLLIG Daniel Düsentrieb mit seiner neuesten Erfindung vorbei, mit der man zum Meister einer Sportart werden kann. Zunächst funktioniert alles, doch dann gibt es mit der Erfindung Probleme und... Na ja, den Rest kennt man ja zur Genüge. Insgesamt unterer Durchschnitt, weil Guerrini das ganze ein wenig aufwertet (!). Note: 4+
 

Unwiderstehlich

  • 1 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Carlo Panaro
  • Zeichnungen: Nicola Tosolini
Gut Der letzte Einseiter von Nicola Tosolini (LTB 363) war desolat, dieser dagegen ist sowohl inhaltlich (ja, auch Panaro fällt ab und zu noch mal was ein) als auch zeichnerisch von guter Qualität. Es geht darin um ein ungewöhnliches Dagobert-Anlock-Manöver von Gitta. Note: 2+
 

Alles für einen Zehner

  • 20 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Marco Bosco & Massimiliano Valentini
  • Zeichnungen: Luciano Gatto & Michele Mazzion
Gut Seit über 50 Jahren zeichnet Luciano Gatto nun schon Disney-Comics und nach einer Pause von sechs Bänden hat der Altmeister nun auch wieder einen Auftritt im LTB. Entgegen der ersten Vermutung aufgrund der Überschrift kommt Gundel Gaukeley in dieser Story übrigens nicht vor, obwohl es um Dagoberts Glückszehner geht. Doch diesmal verliert Dagobert den Zehner von selbst (durch ein Loch im Gehrock) – und das am öffentlichen Strand. Dementsprechend schwierig wird die Suche nach dem Geldstück. Zu allem Überfluss wird der Zehner nämlich ausgerechnet von den Panzerknackern aufgelesen... Unoriginelle, aber flüssig erzählte Storyidee mit amüsantem Schlussgag. Dazu die routinierten Zeichnungen Gattos. Note: 2-
 

Der Irrtum des Höhlenweisen

Copyright Egmont Ehapa

  • 40 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Rodolfo Cimino
  • Zeichnungen: Giorgio Cavazzano
Highlight Am Ende dieses LTBs steht eine Klassiker-Geschichte, und so liest man den Band doch irgendwie lieber bis zum Ende als bei der obligatorischen Bancells-Miguel-Pseudo-Story. Denn die 32 Jahre alte (!) Schlussgeschichte weiß zu überzeugen. Einmal alle fünf Jahre brauchen die Bewohnerinnen einer kleinen Tropeninsel Hilfe von außen, um „das große Grauen“ zu besiegen. Vom alten Weisen ausgewählt wird dieses Mal ausgerechnet Donald, der zu Hause den Hängematten abgeschworen hat und Abenteuer bestehen will. Und so sieht er sich sehr bald einem riesigen Ungeheuer gegenüber... Wahnsinn! Super! Toll! Es gibt kaum treffendere Adjektive für diese Geschichte, ist sie doch von den übersetzungstechnisch und vor allem zeichnerisch erstklassig umgesetzt worden. Und da wir die Flasche Blubberlutsch ja bei „Nimmermehr auf Abwegen“ schon entkorkt haben: Prost! Note: 1
 

Fazit

  • Highlight einige originelle Storyideen
  • Highlight Klassik-Geschichte am Ende
  • Highlight Die Hälfte der Storys hat 30 Seiten oder mehr
  • Highlight schickes Cover
  • Schlecht KuHoMi überzeugt mal wieder nicht
Gesamtnote: 2+ und damit wird das Unglaubliche wahr: Das hervorragende Niveau des Vorgängerbandes kann gehalten werden!
 
Rezensent: Marcel Lorenz
rezensiert am: 03.04.2009
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 06. August 2010 um 10:22 Uhr
 
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