LTB Spezial 04 (1999) Drucken
Geschrieben von: ZicheFan   
Donnerstag, 16. April 2009 um 18:01 Uhr

LTB Spezial 4: Rezension

(© Egmont Ehapa)

Cover / Erster Eindruck

Im vierten Band der Reihe wollte Ehapa pünktlich zum Jahrtausendwechsel 2000 Jahre Menschheitsgeschichte in einen Band packen. Herausgekommen sind wahnsinnig gute 39 Seiten pro Geschichte durchschnittlich. Das macht doch schon mal Lust auf mehr! Das Cover beinhaltet diesmal Ausschnitte aus allen Geschichten im Buch und zusätzlich noch ein Vordergrundmotiv. Im Prinzip ist das eine gute Idee, doch wirkt der Umschlag dadurch ziemlich überladen.

Donaldus, der vergessene Erfinder

(© Egmont Ehapa)

Gut Unsere Reise durch die Menschheitsgeschichte beginnt im alten Rom zu Zeiten Julius Caesars. In dieser Geschichte geht es um Leben und Werk des fortschrittlichsten und erfolgreichsten Erfinders aller Zeiten: Donaldus. Dieser erfand Knöpfe, Reißverschluss, Autos, Straßenlaternen, Kino, Fernrohr und vieles andere mehr. All diese Erfindungen werden durch die Story sinnvoll und witzig verknüpft und 60 Seiten lassen der Geschichte genug Platz, um sich völlig zu entfalten. Das ganze findet seinen Höhepunkt in einer Verschwörung gegen Julius Caesar und der Erfindung einer Zeitmaschine. Die Zeichnungen passen hervorragend zur Geschichte, vor allem die Colorierung weiß zu überzeugen. Note: 2+

Schlacht um Schloss Brochness

(© Egmont Ehapa)

Highlight Weiter geht’s im Schottland des 8. Jahrhunderts nach Christus auf Schloss Brochness, errichtet zum Zweck der Verteidigung gegen die Wikinger, bevölkert und umkämpft von Hauptmann Dunkan Mac Donwald und seinen Mannen (im ganzen fünf). Es ist toll, mitzuerleben, wie Dunkan und seine Truppe mit der Zeit zusammenwachsen (vor allem seine Freundschaft mit Kinn O’Kracks). Eingebettet in eine spannende Geschichte mit Gags am laufenden Band wird diese Geschichte zum Highlight. Die Zeichnungen verbreiten zusätzlich schottisches Flair. Note: 1- Übrigens ist eine Art Fortsetzung dieser Geschichte im LTB 346 („Unbesiegbar wie die Römer“) zu finden.

Attilla der Hunnenkönig

Highlight Während die Professoren Marlin und Zapotek auf Auslandsreise sind, passiert das Undenkbare: Das Geheimlabor des Naturkundemuseums wird aufgebrochen, und die Zeitmaschine benutzt. Schnell finden Micky und Goofy heraus, dass Kater Karlo hinter dem Einbruch steckt und jetzt irgendwo bei Attilla dem Hunnenkönig im 5. Jahrhundert nach Christus sein Unwesen treibt. Doch wieso ist Karlo gerade dort hingereist? Um dies herauszufinden, machen sich Micky und Goofy ebenfalls auf die Reise. Der ausgeklügelte und hintergründige Plot wird durch originelle Gags (man denke nur an Trudis Kochkünste) und hervorragende Zeichnungen ergänzt. Und 64 Seiten lassen mehr als genug Freiraum für die Handlung, sodass ein wirkliches Lesevergnügen entsteht. Note: 1+

König Arthurs Tafel

Mittelmaß Und noch eine Zeitmaschinen – Geschichte, diesmal geht’s ins England des 6. Jahrhundert nach Christus. Marlin und Zapotek wollen demnächst zu einem Erfinderkongress zum Thema „König Arthur und die Ritter der Tafelrunde“. Ihre Thesen stützen sich darauf, dass Arthurs berühmter Tisch rund war. Auf einem neuen Ausgrabungsfund wird die Tafel jedoch eckig dargestellt und so machen sich Micky und Goofy auf die Spur von Arthurs Geheimnis. Die Story an sich ist nicht schlecht, hätte jedoch durchaus an manchen Stellen etwas gekürzt werden können. Die Figuren sehen (außer dem gut gelungenen Micky) allesamt relativ grobschlächtig und lieblos aus und so kann man nicht von besonders gelungenen Zeichnungen sprechen. Note: 3-

Die Legende vom Panettone

(© Egmont Ehapa)

Mittelmaß Der Mailänder Dom ist eine der bedeutendsten und schönsten Architektur – Kunstwerke Europas. Das Problem: Man weiß nicht, von wem die überragenden Pläne für die Kirche stammen, und so reisen Micky und Goofy zurück ins 14. Jahrhundert. Sie bekommen einen Job in einer Bäckerei und finden dort im Bäckersneffen Angelo einen Achitektur – begeisterten Menschen... Eine sehr gelungene Folge aus der Riege der Zeitmaschinen – Geschichten. Zeichnungen beispiellos gut, Story vielleicht etwas kurz, aber durchaus passabel aufgebaut. Einen großen Abzug gibt’s allerdings dafür, dass diese Geschichte bereits in LTB Spezial 2 vorhanden war. Dieselbe Geschichte in derselben Reihe mehrfach zu veröffentlichen halte ich schlicht und einfach für vollkommen idiotisch. Note: 3+

Minnesängers Freud und Leid

(© Egmont Ehapa)

Mittelmaß Donald bekommt im Mittelalter als Minnesänger ordentlich was auf die Mütze. Das ist der Inhalt der ersten 14 Seiten dieser nicht besonders überragenden Geschichte. Danach kommt ein vollkommen an den Haaren herbeigezogenes Ende. Die Zeichnungen sind ja durchaus ansehnlich, doch die Colorierung ist bar jeden Geschmacks und stellt eine echte Beleidigung fürs Auge dar. Note: 4

Der beste Degen der Stadt (Titel im Buch ist falsch)

Schlecht Nicht besser geht es weiter. Im Traum ist Donald ein Degenkämpfer, der sich mit dem gefürchteten Claude Coquin anlegt. Die gesamte Geschichte steuert auf ein Abschlussgemetzel zu, am Ende wurde offenbar krampfhaft nach einem Schlussgag gesucht – und herausgekommen ist etwas, das unlustiger und hanebüchener nicht sein kann. 31 Seiten sind hier 31 Seiten zu viel. Nur die Zeichnungen reißen hier noch was raus. Note: 4-

Die gefürchtetste Klinge des Landes

(© Egmont Ehapa)

Gut Wir bleiben in Frankreich, wo der Revoluzzer Brutus vom Schergen der Königin verhaftet wird. Sein Freund Mickelin zieht los, um die Fechtkunst zu erlernen, und erlebt dabei allerhand Abenteuer, angefangen bei seinen vielen Frauengeschichten macht er sich dabei allerdings nicht nur Freunde. Die Geschichte ist absolut klasse durchstrukturiert und nicht so flach wie die meisten Egmont – Mickys. Dazu gibt’s erstklassige Zeichnungen und die Note: 2-, weil trotz allem die Colorierung überhaupt nicht gefallen will.

Napoleons Geheimnis

(© Egmont Ehapa)

Gut Micky und Goofy reisen mit der Zeitmaschine nach Frankreich, um herauszufinden, warum Napoleon seine rechte Hand immer in seiner Jacke stecken hatte. Die beiden lassen sich in einem Gasthof, in dem Napoleon mit seinen Leuten übernachtet, einstellen und haben schon bald ersten Kontakt mit dem Staatsmann. Die Auflösung der Hand – Frage allerdings ist mir etwas zu einfach. Da wurde einfach auf eine kompliziertere, aber nicht so stumpfe Lösung verzichtet. Die Zeichnungen machen jedoch so einiges wett und so kommt am Ende immer noch die Note: 2 heraus.

Das Gespenst von Canterville

(© Egmont Ehapa)

Gut In dieser Entenhausener Adaption von Oskar Wildes weltbekanntem Roman ziehen Dago B. Otis, ein reicher Amerikaner und seine Verwandten im alten Schloss Canterville ein. Noch glauben sie nicht an Geister, doch der Schlossgeist Sir Dimon de Canterville lässt nicht lange auf sich warten. Dieses liebenswerte Gespenst hat allerdings einige Probleme mit den Amis, die sich nicht so leicht vertreiben lassen wie erwartet. Zu den beinahe perfekten Zeichnungen kommen wunderbar – komische Dialoge, die der klassischen Story eine spezielle Würze verleihen. Note: 2+ ZicheFan 15:56, 3. Jun 2006 (CEST)

Abenteuer im Orientexpress

Highlight Micky und Minni wollen eine Fahrt im legendären Orientexpress genießen, doch – wie sollte es auch anders sein – bekommt Micky es mit gleich mehreren Verbrechen hintereinander zu tun. Die Zeichnungen sind (man muss es einfach so sagen) für diese Geschichte perfekt und die Geschichte ist abwechslungsreich und hat nur sehr geringe Schwächen, wie zum Beispiel das etwas langweilige Ende. Note: 1-

Duseidon und der schreckliche Hor

Mittelmaß Da gab es mal tief unten im Meer den König Duseidon und der wird dann von einem ganz bösen Hai namens Hor zum Boxkampf herausgefordert und Sieger ist wer überlebt und... Ja, was und? Nichts und! Diese einfallslose Geschichte hat ihre Stärken im Detail: in den Dialogen und in den Zeichnungen nämlich. Außerdem ist sie der Lückenfüller in Person und passt überhaupt nicht in diesen Band. Note: 3-

Gefangener der Zukunft

Mittelmaß Nachdem wir nun etliche Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte hinter uns gelassen haben, geht es sogar noch in die Zukunft. Dagobert wird auf eigenen Wunsch durch einen Einsiedler in die Zukunft gebracht – genauer gesagt ins Jahr 3027. Doch durch eine Veränderung der äußeren Umstände ist Dagobert dort vorerst gefangen. Und die Welt im Jahr 3027 sieht überhaupt nicht so aus, wie er sich das vorgestellt hat... Langweilige Geschichte, die Zeichnungen sind soweit okay. Nur verstehe ich nicht, warum alle Menschen (nicht die Enten) eine rote Clownsnase haben müssen. Nun ja, aber das nur am Rande. Note: 3-

Fazit

  • Highlight 39 Seiten pro Geschichte
  • Highlight guter Querschnitt durch die Jahrtausende
  • Schlecht überladenes Cover
  • Schlecht zu viel Zeitmaschinen – Geschichten (fast ein Viertel der Geschichten)

Gesamtnote: 2-

Rezensent: Marcel Lorenz

rezensiert am: 03.06.2006

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 21. September 2014 um 12:38 Uhr