LTB Enten-Edition 11 (2004) Drucken
Geschrieben von: ZicheFan, Christopher   
Montag, 27. Juli 2009 um 11:00 Uhr

Copyright Egmont EhapaCover / Erster Eindruck

In diesem Band sind alle Folgen der Serie „Glanz und Gloria derer von Duck“ abgedruckt, einer Art Chronik des Duckschen Stammbaums. Mit insgesamt 34 Seiten pro Story ist der Grundstein eines guten LTBs gelegt. Doch wird aus dem einen Stein ein ganzes Haus? Wir werden sehen...

Erster Eindruck von Christopher: Die Geschichten sind sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch von erster Qualität. Bis auf drei Neuerscheinungen stammen sie aus dem LTB 93 und sind chronologisch aufeinander aufgebaut. Neben den witzigen Gags und Ideen enthalten die Stories auch viel Hintergrundwissen über die behandelten Epochen.

 

Der Schatz im Mond

Copyright Egmont Ehapa

  • 42 S.
  • aus Micky Maus 34-37 / 1973
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Giorgio Cavazzano

Gut Bevor wir in die Chronik der Ducks einsteigen kommt hier eine Vorgeschichte. Man schreibt das Jahr 1969, die ersten Menschen sind auf dem Mond gewesen. Die Astronauten haben auf dem Mond eine unterirdische Höhle entdeckt und wollen diese bei ihrem nächsten Besuch inspizieren. Als Dagobert dies hört, bekommt er den Schreck seines Lebens: Er war nämlich in Wirklichkeit schon viel früher als die Astronauten auf dem Mond. Die Höhle sollte ein Ersatz – Geldspeicher, in dem Dagobert jetzt eine Kiste Münzen „geparkt“ hat. Natürlich fliegt er sofort wieder zum Mond, um die Kiste zu holen. Doch als er wieder auf der Erde ist, landet er erst einmal aufgrund der Mond – Reise in Quarantäne. Donald versenkt aus Versehen die Kiste mit den Münzen. Doch einige Münzen aus der Kiste sind noch im Raumschiff. Auf diesen verbliebenen sieben Münzen ist jeweils eine Persönlichkeit aus allen Zeitaltern der Menschheit, von den Ägyptern bis zum 19. Jahrhundert zu sehen. Plötzlich ist alles voller Rauch und die Ducks (Donald und die Kinder) erleben die Geschichte ihrer Vorfahren (und somit auch der Münzen) hautnah mit... Sehr gelungener, ausführlicher Einstieg in eine monumentale Geschichte. Anmerkung: Die letzten zwei Sätze der Inhaltsangabe gehören bereits zur Geschichte „Dag – ench – Damuns Papyrusrolle“, sind aber noch Teil des Prologs. Note: 2+

Rezension von Christopher: Die einleitende, den Band rahmende Geschichte: Die erste offizielle Mondfahrt brachte zu Tage, dass unter der Mondoberfläche ein riesiger Hohlraum existiert. Natürlich ist der nichts anderes als Dagoberts neues Gelddepot, was er mit Hilfe von Daniel Düsentrieb errichtet hatte. Kurzentschlossen schickt er Donald als Astronaut zum Mond, um den einzigen Inhalt in Sicherheit zu bringen, der sich bis zu diesem Augenblick im Gedldepot befindet: Eine Kiste mit Goldmünzen, die von allen Ahnen der Ducks geprägt worden waren und die Eigenschaft besitzen, beim Reiben den Besitzer in die entsprechende Zeit zurückzuversetzen. Donald kehrt wohlbehalten zur Erde auf das Meer zurück, wirft die Kiste jedoch beim Anrücken der Marine ins Wasser in der irrigen Annahme, es seien die Panzerknacker. Dagobert wird in Quarantäne genommen, schwört jedoch Rache. Trick, Tick und Track finden in der Raumkapsel einige Münzen, die aus der Kiste gefallen waren, und Donald und seine Neffen in die verschiedenen Epochen der folgenden Kapitel bringen. Zeichnungen und Story erstklassig. Note: 1

 

Dag-ench-Damuns Papyrusrolle

Copyright Egmont Ehapa

  • 35 S.
  • aus Micky Maus 14-16 / 1976
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Giovan Battista Carpi

GutLos geht es im alten Ägypten, wo sich Dag – ench – Damun als Verwandter der Pharaonin durchs Leben schlägt. Auch die Panzerknacker (damals hießen sie „Karawanenknacker vom unteren Nil“) und das Schlaue Buch der drei Großneffen von Dag – ench – Damun (damals war es noch die Handrolle „Der kleine Pharao“) sind mit von der Partie. Die Zeichnungen sind zwar nicht ganz so gut wie Scarpas, aber immer noch um Klassen besser als die vieler anderer Zeichner. Die Handlung ist abwechslungsreich, lustig und spannend angelegt. Note: 2

Rezension von Christopher: Eine Münze mit dem Bildnis des Schatzmeisters der Pharaonin Cleomatra, Dag-ench-Damun, führt Donald und seine Neffen ins Völkerkundemuseum von Entenhausen, das eine bisher unentzifferte Papyrusrolle von ihm besitzt, die tausend Säcke abbildet. Donald reibt an der Münze und befindet sich mit seinen Neffen plötzlich an der Seite Dag-ench-Damuns, der tausend Goldsäcke vor den aufziehenden innenpolitischen Wirren in Sicherheit bringen will. Die geheimen Karawanenknacker versuchen natürlich die Goldsäcke zu rauben, werden aber von Dag-ench-Damun ausgetrickst. Die Ducks setzen sich mit den Goldsäcken (so glaubt man zu diesem Zeitpunkt) nach Rom ab, wo die nächste Geschichte handelt. Sehr witzige Story und sehr gute Zeichnungen. Gute Hintergrundinformationen über das alte Ägypten. Note: 1

 

Die Aurei des Decius Ducatus

Copyright Egmont Ehapa

  • 30 S.
  • aus LTB 93 (1984)
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Giovan Battista Carpi

Gut Weiter geht es in Rom, dem Zentrum des riesigen Römischen Reiches. Dag – ench – Damun hat sich dort als Gastwirt getarnt niedergelassen. Doch auch die Karawanenknacker sind in Rom und machen finstere Geschäfte mit dem Ganoven Karolus (Kater Karlo) und dem Zenturio Clasius Cleverinus... Relativ schöne Fortsetzung. Note: 2-

Rezension von Christopher: Dag-ench-Damun lässt sich als Wirt in Rom nieder und wird seines Goldes beraubt durch die Karawanenknacker, die sich mit dem Gladiator Karolus (ein Vorfahr von Kater Karlo) und Centurio Clasius Cleverinus verbündet haben. Durch die Fürsprache der drei Großneffen beim Imperator Gufus Augustus kommt Dag-ench-Damun zwar frei, das Gold wird jedoch konfisziert und für die Ausstattung eines Feldzuges nach Caledonien (=Schottland) eingesetzt. Dag-ench-Damun erholt sich relativ schnell von seinem Schreck und begleitet die Soldaten als Marketender, um sich sein Geld zurück zuverdienen und in Schottland eine neue Existenz aufzubauen. Davon handelt dann die nächste Geschichte. Meine Lieblingsgeschichte: Dagobert als geiziger Wirt: Sehenswert. Note: 1+

 

Das Ungeheuer von Loch Ness

Copyright Egmont Ehapa

  • 31 S.
  • aus Mickyvision 10 / 1976
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Giorgio Cavazzano
Gut Diese direkte Fortsetzung der Geschichte “Die Aurei des Decius Ducatus“ spielt in Schottland. Dort wird Decius Ducatus als „Erfinder der Sparsamkeit“ in die Geschichte eingehen... Am Anfang ist die Handlung etwas überstürzt, man verliert aber nie den Faden. Die Zeichnungen Scarpas sind wie meistens sehr gut. Note: 2
 
Rezension von Christopher: Der Feldzug nach Caledonien war gescheitert: Decius Ducatus hatte den Soldaten des Imperators Augustus Goof den Sold abgehandelt und damit sein Gold wiedergeholt. Die Soldaten rebellierten, so dass der Feldzug abgebrochen werden musste. Die Geldmünzen sind allerdings verschwunden und werden von seinem Großneffen Drago McDuck in der Geschichte gesucht, der sich in seinem Schloss am Loch MacDuck versteckt hält. Eine künstliche Seeschlange, die von Daniel Mc Düsen konstruiert und betrieben wurde, hält ihm ungebetene Gäste wie die Schlossknacker und Klas McKlever vom Leibe. Natürlich findet Drago mit seinem Neffen und drei Großneffen den Schatz und setzt sich mit ihnen nach Sevilla in Spanien ab. Sehr lustige Geschichte mit vielen kleinen Gags. Zeichnungen sind genauso wie in den anderen Geschichten sehr gut. Note: 1

 

Der Held der Arena

Copyright Egmont Ehapa

  • 29 S.
  • aus LTB 93 (1984)
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen:Giovan Battista Carpi
Gut Nun stürzen wir uns ins 15. Jahrhundert (genauer gesagt in das Jahr 1492, in das Jahr, wo Kolumbus nach Amerika segelte), wo ein einfacher Bürger in einer Arena gegen einen wilden Stier antreten muss... Nette Liebesgeschichte mit annehmbaren Zeichnungen. Note: 2
 
Rezension von Christopher: Die Vettern Gustavo und Donaldo streiten um die Gunst von Daisincita, einer Hofdame der Königin Bella Isabella in Sevilla. Da trifft es sich gut, dass Donaldos Onkel, Don Dagoberto Ducalez, einen Ersatzmann für einen erkrankten Torerro braucht, der am folgenden Sonntag in der Arena vor den Augen der Königin und der Hofdame kämpfen soll. Der zur Beruhigung Donaldos ausgesuchte zahme Stier wird jedoch von Gustavo gegen einen besonders wilden eingetauscht. Donaldo erbringt in seinen Ausweichversuchen wahre Spitzenleistungen und wird von Königin Isabella, die die grausamen Stierkämpfe verbieten will, zum spanischen Meister im Stierlauf ernannt. Dagobertos Wut kann nur durch das Einverständnis Isabellas besänftigt werden, einen gewissen Columbus auf Entdeckungsfahrt in die neue Welt zu begleiten, in der Gold vermutet wird. So kommen die Ducks nach Amerika. Sehr lustige Story, gut gezeichnet. Note: 1 (ich bin ein bisschen großzügiger in der Benotung)
 
 

König der Freibeuter

Copyright Egmont Ehapa

  • 31 S.
  • aus LTB 93 (1984)
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Giorgio Cavazzano
Gut Der nächste Teil der Duckschen Chronik bringt den Leser ins 17. Jahrhundert, wo einer der Vorfahren Donalds der sogenannte „König der Freibeuter“ ist, der von der Obrigkeit als vogelfrei „freigegeben“ wird. Note: 2+
 
Rezension von Christopher: Der "Maskierte", der sich kurzzeitig zum König des Golfs von Mexikos ausriefen ließ, ist von einer spanischen Flotte besiegt worden und befindet sich auf der Flucht. Bei seinem Onkel Dagoberton kann er nicht untertauchen und versteckt sich daraufhin in den Evergaldes, nur um dort von den Blutigen Brüddern und ihrem Anführer Baron Clasio Clever aufgespürt und gefangen genommen zu werden. Doch bevor dieser die Gefangenen dem spanischen Governeur ausliefern kann, entdecken die mitgeflohenen Großneffen Dagobertons, dass Clasio Clever Zigarren schmugelt. Als der Governeur, dem die Gefangenen übergeben werden, das erfährt, läßt er Clasio Clever verhaften und schenkt den Ducks das Leben unter der Bedingung, dass sie mit ihrem Onkel Dagoberton das Land verlassen. Das lassen sich diese nicht zweimal sagen und fliehen. Sehr schöne Geschichte mit Hintergrundinformationen zur spanischen Kolonialgeschichte in Mittelamerika. Die Zeichnungen sind sehr gut. Note: 1+
 
 

Kanonendonner am Mississippi

Copyright Egmont Ehapa

  • 38 S.
  • aus LTB 93 (1984)
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Giorgio Cavazzano
Gut Auf dem Weg in die Gegenwart bleiben wir als nächstes im Jahr 1861 stecken. Die Vorfahren der Ducks haben mit ihrem Frachtschiff auf dem Mississippi ihre liebe Not. Denn nicht nur der Bürgerkrieg ist ausgebrochen, sondern es sind auch eine ganze Menge Ganoven unterwegs... Note: 2+
 
Rezension von Christopher: Die USA im Bürgerkrieg: Die Ducks befinden sich genau zwischen den Fronten auf einem Raddampfer im Mississippi und werden von beiden Seiten beschossen. Nuur knapp können sie entkommen undd gehen an Land. Onkel Dankwart findet zufällig (natürlich) eine Platinmine, die von seinem Erzkonkurrenten Claus Clever im irrigen Glauben aufgegeben wurde, es befände sich nur Silber in ihr. Um das Platin auf das Schiff zu transportieren, versucht Dankwart in einem nahegelegenen Lager der Südstaatler Pferde zu stehlen, werden aber von Goofy und Micky als Soldaten erwischt. Sie können jedoch entkommen und fahren mit dem Raddampfer Richtung Norden, wo im nächsten Kapitel schon der Goldrausch in Alaska wartet. Schöne Story und Zeichnungen. Note: 1
 
 

Goldrausch in Alaska

Copyright Egmont Ehapa

  • 39 S.
  • aus LTB 93 (1984)
  • Story: Guido Martina
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Giorgio Cavazzano
Highlight In der letzten Folge erleben wir nun hautnah die Geburt und die ersten Lebensjahre von Dagobert Duck und Klaas Klever mit. Ein wunderbares Ende für dieses Highlight der LTB – Geschichte. Note: 1
 
Rezension von Christopher: Douglas Duck verkauft den Goldsuchern dressierte Schlittenhunde, die immer wieder zu ihm zurückkehren und dann von ihm erneut verkauft werden. Eines Tages sucht ihn Clemens Clever, der Sohn Claus Clevers, auf, um eine alte Rechnung zwischen ihren Vätern zu begleichen. Beide landen in Folge einer wilden Verfolgungsjagt im Krankenhaus, wo Clemens in der Krankenschwester seine Frau findet und Klaas Clever zeugt, während Douglas zusammmen mit seiner langjährigen Verlobten und Frau Gila Duck Dagobert das Leben schenkt. Somit schließt sich die Familiengeschichte und damit auch die Rahmenhandlung. Zurück in der Gegenwart, spürt Dagobert nach der Quarantäne Donald auf und zwingt ihn, mit nach Ägypten zu kommen, wo ein großer Teil des Goldschatzes des Dag-ench-Damun auf seine Entdeckung wartet, da dieser nach Berechnungen Dagoberts nur einen kleinen Teil seines Goldes mit nach Rom nahm. Nette Story, gute Zeichnungen. Note: 2+
 
 

Die flüsternden Felsen

Copyright Egmont Ehapa

  • 27 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Rodolfo Cimino
  • Zeichnungen: Alessandro del Conte
Mittelmaß Dagobert fährt in Urlaub, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen. In der Region, wo er Urlaub macht, gibt es die sogenannten „Flüsternden Felsen“, die sich angeblich gegenseitig etwas erzählen. Sofort wittert Dagobert lukrative Dialoge seitens der Felsen... Story ist nicht besonders originell, die Zeichnungen sind ganz passabel. Note: 3+
 
 

Traumzeit oder Wirklichkeit?

Copyright Egmont Ehapa

  • 30 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Alessandro Sisti
  • Zeichnungen: Giuseppe Dalla Santa
Gut Dagobert erfährt von der Traumzeit der Aboriginies. In dieser Traumzeit, der „Schöpfungszeit“ wurden für alles, was auf der Erde existiert, Lieder erschaffen. Dagobert kommt auf die Idee, das „Lied des Goldes“, falls es so etwas gibt, zu finden und für sich zu nutzen. Doch das gestaltet sich als gar nicht so einfach und in Australien erwartet die Ducks so manche Überraschung... Sehr gute Zeichnungen, die auf mehr hoffen lassen. Die Australische Umwelt wird naturgetreu (so weit ich das beurteilen kann) dargestellt. Die Story hat sicherlich auch einen pädagogischen Schwerpunkt, da dem Leser die Kultur der Aboriginies nähergebracht wird. Note: 2+
 

Fazit

Aus dem „Grundstein“ ist ein luxoriöses Hochhaus geworden – besser geht die Geschichtenauswahl eigentlich kaum. Einziger Knackpunkt: Nur zwei der 10 Geschichten sind deutsche Erstveröffentlichungen. Aber damit kann man leben und somit bekommt dieser Band nach dieser von meiner Seite relativ kurz geratenen Rezension die Gesamtnote: 2+. Man könnte natürlich sagen, dass dieser Band eine 1 verdient hätte, aber ich bin mit einsen relativ sparsam, da sie wirklich etwas besonderes sind. Eine 2+ in einer meiner Rezensionen zu bekommen ist glaube ich schwer genug und kann als sehr beachtlich angesehen werden. Das hört sich jetzt so angeberisch und hochmütig an, aber das soll es nicht. Ich bin halt nur der Meinung, dass man mit der Note 1 schon etwas geizen kann...
 
Fazit von Christopher: Auf jedenfall einen Kauf wert - falls man nicht schon das LTB 93 hat. Die beiden neuen Stories fallen etwas ab. Hingegen ist die Geschichte der Ducks in Schottland, die im LTB 93 fehlt. schon sehenswert und eine Versuchung wert.
 
 
Rezensent: Marcel Lorenz
rezensiert am: 19.03.2006