LTB Enten-Edition 14 (2005) Drucken
Geschrieben von: ZicheFan, Memm, Kevin   
Mittwoch, 12. August 2009 um 14:10 Uhr

Copyright Egmont EhapaCover / Erster Eindruck

Der Preis der Enten – Edition wurde mit dieser Ausgabe mal eben so um 25 Cent auf 5,20€ erhöht. Teurer muss aber auch wirklich nicht sein! Das sind schließlich über 1,5 Cent pro Seite! Man könnte ja eigentlich mit der Preis- auch eine Qualitätssteigerung erwarten – wäre ja eigentlich nur gerecht. Ob dem so ist? Folgende Geschichten gab’s in dieser Ausgabe, die sich rund um den Glückstaler (und damit natürlich auch um Gundel) dreht:

 

Nur ein lumpiger Zehner

Copyright Egmont Ehapa

  • 23 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Nino Russo
  • Zeichnungen: Ottavio Panaro

Gut Nach einem ihrer unzähligen fehlgeschlagenen Zehner – Klau – Versuche schickt Gundel die Ducks diesmal im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste. Durch einen von ihr manipulierten Fernseher wird die Nachricht ausgestrahlt, in der Wüste seien die Schätze einer Hochkultur entdeckt worden. Doch man habe nicht genug Geld, um das Edelgestein aus der Wüste zu bringen. Dagobert lässt sich natürlich nicht davon abhalten, zusammen mit Donald und den Kindern aufzubrechen... Nette Geschichte, die allerdings ohne die fetzigen Dialoge nicht mehr als „gut“ wäre. Doch so wird die Geschichte zum reinen Lesevergnügen. Hier einige Stilblüten:

  • Dagobert: „Obacht, dass das Nudelsieb keine Löcher kriegt!“
  • Gundel wurde tiefgefroren. Donald: „Mich fröstelt! Und sie wird kochen vor Wut!“ Dagobert: "Tiefgekühltes kann erst kochen, wenn es aufgetaut ist. Und bis dahin kochen wir selbst (ein Siegemahl).“
  • Dagobert zu Gundel: „Flieg nach Hause und mach dir ein Fußbad, ehe ich dir nach allen Regeln der Kunst den Kopf wasche.“
  • Dagobert zu Baptist: „Heute soll’s nicht bei einem Stück Torte bleiben! Geben sie jedem zwei halbe!“
  • Donald: „Die Rampelei macht mich ganz rammdösig!“
  • Donald: „Und bloß, weil dich die Gier im Griff hat!“ Dagobert: „Dich hat auch gleich wer im Griff, dass es nur so knackt!“
  • Donald: „Sag noch ein Mal Zehner und du kannst dir den Zwicker vom Bürzel pflücken!“
  • Mitten in der Wüste ohne Vorräte. Donald: „Ich hab schon Halunkinasionen! Ich rieche Kurzgebratenes! Was würde ich jetzt für Ente süßsauer geben...“
  • Dagobert sieht Gundel: „Sieh an! In dieser Wüste gibt es Natterngezücht aus der Gattung Falsche Schlange!“ (alle Textauszüge © Egmont Ehapa)
Jedenfalls sind die Dialoge ein echtes Highlight. Die Zeichnungen sind auch gut, nur die Story könnte noch etwas länger sein und so gibt’s „nur“ die Note: 2+

 

Operation Hexenzauber

  • 28 S.
  • aus Donald Duck 525 (1998)
  • Story: Antonella Pandini
  • Zeichnungen: Comicup Studio

Mittelmaß Dagobert erfährt von einer Hellseherin, dass es einen Zauber geben soll, mit dem er seinen Glückszehner für immer vor Gundel beschützen kann. Doch für diesen Zauber braucht man einen Teil von der betreffenden Person (also Gundel) oder eines von einer Person, die Gundel sehr nahe steht. Donald bekommt also die „ehrenvolle“ Aufgabe, eine Schwanzfeder von Nimmermehr zu besorgen... Die recht originelle Story wird durch nicht besonders gelungene Zeichnungen verschlechtert. Der Zeichenstil erinnert mich persönlich stark an Valerio Held in seinen „gewalttätigen Zeiten“ und so vergebe ich hier die Note: 3+

 

Geizgewitter über Entenhausen

Copyright Egmont Ehapa

  • 29 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Rodolfo Cimino
  • Zeichnungen: Guido Scala

Gut Durch einen raffinierten Technik – Zauber wird Dagobert vom Geizkragen zum edlen Spender gemacht. Doch Donald und Tick, Trick und Track geben ihren Onkel nicht auf. Als dann Donald allerdings auch zum völligen Verschwender wird, der mit Dagobert zusammen Geld ausgibt, ist guter Rat teuer... Meiner Meinung nach ist Matilda Malefiz eine billige Nachmache von Mona Menetekel, die viel mehr Persönlichkeit besitzt als diese Möchtegern – Technik – Hexe! Die Geschichte ist allerdings bei weitem nicht die schlechteste und die Zeichnungen überzeugen voll und ganz, bis auf Dagoberts wahnsinnigen Backenbart und (wie immer bei Scala) Baptist. Note: 2-

Rezension von Matthias: Eine Geschichte, die von der Idee her mehr hergegeben hätte, jedoch viel zu schnell erzählt wird. Die Zeichnungen sind nicht mein Geschmack, meiner Meinung nach unterdurchschnittlich (z.B. Dagobert Backenbart, Gundels Aussehen - viel zu jung). Mit anderen Zeichnungen und vor allem einem Faden, der sich durch die Geschichte zieht, sowie einer spannenderen Erzählweise, bei der nicht plötzlich Ereignisse hopplahopp abgehakt werden (z.B. die Ernennung von Tick, Trick und Track zum Vormund, die Verhaftung Dagoberts und Donalds), hätte es eine gute oder sehr gute Geschichte werden können.

Rezension von Kevin: Rodolfo Cimino, oft als einer der Besten Autoren aller Zeiten bezeichnet ( z.b. Die Vierteilige Geschichte um Prinzessin Marbella ) zeigt mit dieser Geschichte, das auch er nicht perfekt ist. Die Zeichnungen von Scala sind nicht jedermans Sache, insbesondere der Backenbart Dagoberts verdeutlicht seinen ungewöhnlichen Stil. Ich finde ihn nicht so schlecht, es geht auch schlimmer. Ein barmherziges Mittelmaß.

 

Verliebt in eine Hexe

Copyright Egmont Ehapa

  • 33 S.
  • aus Donald Duck 529 (1998)
  • Story: Sergio Tulipano
  • Zeichnungen: Sandro Dossi
Gut Als Rache für einen „Luftangriff“ mit einer Knoblauchkanone zaubert eine Hexe, dass sich Dagobert in seine Todfeindin verliebt – das heißt im Klartext in Gundel. Nun hat Donald ein Problem. Wie soll er nur den Glückszehner retten und gleichzeitig Dagobert wieder kurieren. Da gibt’s nur eins: professionelle Hilfe! Er findet einen Zauberer, dem geldgierige Menschen höchst zuwider sind – er empfindet sie als Konkurrenz, weil er selbst geldgierig ist... Wirklich schöne Geschichte mit sehr netten Zeichnungen. Für diese Leistung gibt’s die Note: 2+

 

Ein unschlagbares Team

  • 25 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Claudia Salvatori
  • Zeichnungen: Giancarlo Gatti
Gut Gundel schleust eine “trojanische Münze” in Dagoberts Geldspeicher ein. Diese ist verzaubert, sodass sie sich eigenständig bewegen kann und dabei Gundel aufs Wort gehorcht. Sie ist eigentlich ein besseres Haustier als jeder Hund! Die Münze steckt im Geldspeicher die anderen Münzen mit dem Zauber an. Und bald scheint es, als ob das Geld Dagobert nicht mehr mag... Die Story beurteile ich als sehr gelungen, weil eine wirkliche emotionale Bindung zwischen Dagobert und seinem Geld entsteht. Wenn man die Geschichte zu Ende gelesen hat, glaubt man fast, die Wärme und Liebe, die Dagobert seinen Münzen entgegenbringt, zu spüren. Die Zeichnungen sind akzeptabel und so verdient sich diese Geschichte die Note: 2+
 
 

Die falsche Hexe

Copyright Egmont Ehapa

  • 33 S.
  • aus LTB 234 (1997)
  • Story: Bruno Concina
  • Zeichnungen: Fabio Celoni
Highlight Gundel bekommt Besuch von ihrer Hexenkollegin Luzilla. Diese berichtet Gundel, man habe ihren (Gundels) Antrag auf Urlaub bewilligt. Sie bekomme jetzt einen Monat zum Ausspannen. Bedingung: Sie darf in diesem Monat nicht zaubern! Gundel berichtet Luzilla von den andauernden Niederlagen im Kampf um Dagoberts Glückszehner und erzählt ihr auch von ihrem nächsten, todsicheren (!) Plan. Das ist allerdings ein Fehler. Luzilla macht sich mit Gundels Plan im Kopf auf zum Geldspeicher, um den Glückszehner zu stehlen, und Gundel darf wegen ihrer einmonatigen Zauberpause nicht mit magischen Mitteln kämpfen. Doch sie stellt sich der Herausforderung und versucht, Luzilla mit normalen Methoden zu besiegen. Die Geschichte ist originell und ausführlich erzählt (kein Kampf zwischen Dagobert und Gundel, sondern ein Kampf zwischen Gundel und Luzilla). Besonders die ehrlichen Versuche, Dagobert oder wenigstens seine Familie vor Luzilla zu warnen, sind überaus amüsant. Bei Daisy zum Beispiel wird sie mit einem „Iiih! Die Hexe! Kreisch!“ empfangen, und bei Gitta wird sie per Schubkarre mit Knoblauch überschüttet. Einfach schön (zwar weniger für die Hexe, aber dazu umso mehr für den geneigten Leser)! Die Zeichnungen sind wunderbar einzigartig und verrückt und geben der Story den nötigen Schwung. Note: 1-
 
 

Riskantes Spiel

Copyright Egmont Ehapa

  • 28 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Bruno Concina
  • Zeichnungen: Luciano Gatto
Mittelmaß Luciano Gatto, der ungekrönte “King of Enten – Edition” hat wieder zugeschlagen. Meistens kann man sich ja auf Erstveröffentlichungen aus seiner Zeichnerfeder freuen. Und auch diese Geschichte fängt originell an: Dagobert schenkt Gundel seinen Glückszehner. Das ist kein Scherz! Gundel bekommt den echten Glückszehner von seinem „Herrchen“ höchstpersönlich in die Hand gedrückt! Ans Ziel ihrer Träume gekommen, freut sich Gundel bereits auf ihren Reichtum, doch da sieht sie durch ihre Glaskugel im Gameboy – Format, dass Dagobert vor seinen (Groß-) Neffen behauptet, er habe noch viel bessere Glücksbringer. Und so kommen Gundel Zweifel an der Qualität des Glückszehners... Die Story ist mir viel zu konfus. Dagobert würde so etwas leichtsinniges nie machen! Die Zeichnungen retten die Geschichte immerhin auf ein mittelmäßig – gutes Niveau. Note: 3+
 
 

Zwei gegen Dagobert Duck

Copyright Egmont Ehapa

  • 35 S.
  • aus Donald Duck 528 (1998)
  • Story: Antonella Pandini
  • Zeichnungen: Comicup Studio
Gut In dieser außergewöhnlichen Geschichte schließen Gitta und Gundel, beide leidgeprüft im Umgang mit Dagobert, eine Wette ab. Für zwölf Stunden tauschen die beiden die Körper. Gundel soll erreichen, dass Dagobert sich in sie verliebt und Gitta soll ihrem Schatzimausi den Glückszehner klauen. Wie der Wettkampf ausgeht? Man darf gespannt sein! Die Grundidee ist auf jeden Fall originell, und auf 35 Seiten ist genug Platz für eine gelungene Story. Die Zeichnungen sind gar nicht schlecht, nur die Colorierung hätte besser gelingen können! Note: 2+
 
 

Tanz der Tapire

Copyright Egmont Ehapa

  • 29 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Giorgio Martignoni
  • Zeichnungen: Andrea Ferraris
Mittelmaß Dagobert soll, um einem neuen Milliardärsklub – Kollegen zu beweisen, dass er was drauf hat, die „Entenhausener Tapire“, ein Football – Team ohne jeden Erfolg, an die Spitze der Liga bringen. Das ganze läuft mehr schlecht als recht, bis ein Super – Trainer kommt, der dafür sorgt, dass die Entenhausener Tapire endlich wieder nach oben kommen. Doch noch ahnt niemand, dass dieser Trainer mit wahrhaft magischen Kräften arbeitet... Story ziemlich langweilig, Zeichnungen aber sehr gut. Note: 3+
 
 

Unter fremdem Willen

Copyright Egmont Ehapa

  • 35 S.
  • aus Donald Duck 522 (1998)
  • Story: Sergio Tulipano
  • Zeichnungen: Comicup Studio
Mittelmaß Gundel benutzt eine Erfindung von Daniel Düsentrieb, mit der man anderen Menschen seinen Willen aufzwingen kann, um Dagoberts Glückszehner zu stehlen. Reichlich platte Story mit saublödem Ende. Hohler geht’s fast nicht mehr. Die Zeichnungen verbessern nichts, vor allem wegen der grausamen Colorierung. Der Tiefpunkt des Bandes. Note: 4
 
 

Die Liebe einer Hexe

Copyright Egmont Ehapa

  • 34 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Angelo Palmas
  • Zeichnungen: Alessandro Barbucci
Highlight Gundel trifft ihre Jugendliebe wieder. Mir fällt es unheimlich schwer, diese Geschichte zu beschreiben! Jedenfalls ist sie spitze! Die Story ist überaus originell und witzig und die Zeichnungen (inkl. Colorierung) sind mit die besten, die ich in meinem bisherigen LTB – Leben gesehen habe! Super! Note: 1
 
 

Fazit

  • Highlight 31 Seiten pro Geschichte
  • Highlight keine Egmont-Produktionen
  • Highlight allgemein gute Qualität der Erstveröffentlichungen
  • Schlecht langweiliges Cover
Gesamtnote: 2
 
Rezensent: Marcel Lorenz
rezensiert am: 22.03.2006