LTB Enten-Edition 23 (2008) Drucken
Geschrieben von: ZicheFan   
Sonntag, 21. September 2014 um 12:02 Uhr

Copyright Egmont Ehapa

Das Thema der aktuellen Enten-Edition ist das Fähnlein Fieselschweif. Bei mir lässt diese Themenwahl schon mal Freude aufkommen, könnte ich mir doch vorstellen, dass es innerhalb dieses Themas noch eine Menge spannenden Stoff gibt, es ist ja schließlich kein 08/15-Thema, das in jedem LTB vorkommt. Dem Cover liegt eine gute Idee zugrunde, allein an der Ausführung hapert es einmal mehr. Mit 28 Seiten pro Geschichte durchschnittlich kann man zufrieden sein. Es bleibt festzustellen, ob das auch für den Inhalt des Bandes gilt.

 

Schlacht der schlauen Bücher

  • 28 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Rodolfo Cimino
  • Zeichnungen: Romano Scarpa & Alessandro Del Conte

Gut Los geht es mit einer 34 (!) Jahre alten Scarpa-Koproduktion. Kann ein Buch besser anfangen? Das Fähnlein Fieselschweif steht im internationalen Pfadfinder-Ranking ganz oben und feiert nun unter nicht gerade umweltfreundlichem Getöse. Dies bekommt auch das Fähnlein Frettchenzahn, die Pfadpfinder der Panzerknacker, mit und fordert die Fieselschweiflinge heraus. Um nun zu gewinnen, basteln die Panzerknacker ein eigenes Schlaues Buch zusammen, in dem beschrieben wird, wie verschiedene Situationen auf unlautere Weise zu meistern sind. Und so beginnt ein für die Fieselschweiflinge beinahe aussichtsloser Wettkampf... Relativ originelle Story, tolle Zeichnungen - ein untypischer Cimino und ein typischer Scarpa also. Nur die Übersetzungen sind ausnahmsweise (das ist nicht normal für die heutige LTB-Zeit) nicht besonders gelungen, passen sie doch nicht recht zur Geschichte. Ich kann das nicht wirklich begründen, irgendetwas schien beim Lesen jedenfalls nicht zu passen. Note: 2

 

Vetter im Glück

Copyright Egmont Ehapa

  • 37 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Nino Russo
  • Zeichnungen: Comicup Studio

Gut Wenn jemand Donald in kürzester Zeit durch seine bloße Anwesenheit in Rage bringen kann, dann ist es Gustav. Nach einem unfreiwilligen Treffen mit dem verhassten Vetter ist unser stadtbekannter Pechvogel also einmal mehr am Boden zerstört, glaubt er doch, die Blindheit der Glücksgöttin zeige sich bei ihm persönlich in ausgeprägter Form. Tick, Trick und Track dagegen sind (entgegen besserer Erfahrung mit ihren Onkeln) der Meinung, das Glück sei mit den Tüchtigen. Und mit dieser Botschaft fahren die drei Rangen ins Ferienlager. Was sie nicht wissen: Dort erwartet sie Gustavs Neffe Güldo, der eine Kopie von Gustav zu sein scheint... Gelungene (wenn auch nicht allzu innovative) Geschichte, auch, wenn man das Verhalten von Donalds Neffen gegenüber ihm nicht wirklich versteht. Schließlich war Donald schon oft tüchtig und selbstbewusst an einer Sache dran, wurde aber vom Glück des Gänserichs ebenso oft überrundet... Note: 2-

 

Ein verrücktes Pferderennen

Copyright Egmont Ehapa

  • 39 S.
  • aus LTB 284 (2001)
  • Story: Dave Rawson
  • Zeichnungen: Massimo Fecchi

Gut Der große, mehrtägige Entenhausener Jahrmarkt steht an und so sind alle Bürger und besonders Familie Duck in großem Aufruhr. Schließlich sind fast alle Mitglieder des uns wohlbekannten Clans in die Festivitäten verwickelt: Dorette tritt im Wettbewerb um den leckersten Kuchen an, Gustav und Donald im Pferderennen und Donalds Neffen mit dem Fieselschweif-Spürschwein Piet bei der Schweine-Misswahl. Dagobert hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft und Leitung über das Projekt Jahrmarkt übernommen. Und wo Dagobert und viele Eintrittsgelder sich versammeln, da sind auch die Panzerknacker nicht weit. Und so kann man sich denken, auf welch furioses Finale die Geschichte zusteuert. Mit perfekter Länge und mit hervorragenden Zeichnungen sowie zündenden Gags überzeugt die Egmont-Produktion vollkommen. Nur warum sie in diesem Band abgedruckt ist, wird wohl für immer und ewig ein Rätsel bleiben. Dem folgt eine Abwertung. Und so gibt es statt einer „1 bis 2“ die Note: 2

 

Unter Freunden

  • 26 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Francois Corteggiani
  • Zeichnungen: Franco Valussi & Massimiliano Calo

Gut Auch in dieser Geschichte aus dem Jahr 1996 (!) ist Entenhausen in Aufruhr. Der kleinwüchsige Verbrecher Bulli Borst ist aus dem Gefängnis ausgebrochen. Um nicht von der Polizei erwischt zu werden, schreibt er sich beim Fähnlein Fieselschweif ein und geht mit ihnen zum Ferienlager. Dazu hat er zunächst zwar keinen Bock, aber schließlich muss er möglichst weit weg von Gefängnis und Polizei. Doch bald entdeckt der kleingewachsene Ganove die Welt des Fähnlein Fieselschweifs für sich und findet das erste Mal in seinem Leben echte Freunde... Rührige Geschichte, die den Leser bittet, über Ungenauigkeiten wie Borsts augenscheinlich veränderte Größe zwischen Seite 112 und 114 hinwegzusehen. Die Zeichnungen verharren im oberen Mittelmaß, Zeichnungen von Donald waren vor 12 Jahren offenbar noch keine Stärke Valussis. Das gelungene Ende rettet die Produktion vor dem Mittelmaß. Note: 2-

 

Der Schatz im Berg

  • 27 S.
  • aus Donald Duck 327 (1984)
  • Story: Jim Kenner
  • Zeichnungen: Jaime Diaz Studio

Schlecht Dagobert stößt in einem seiner Bücher auf die Legende eines Zauberers, der seine Schätze in einen gläsernen Berg gepackt hat, der sich nur dem öffnet, der ein rechtschaffenes Herz hat. Die Spürnase der reichsten Ente des Universums macht momentan aber offenbar Pause, glaubt Dagobert doch nicht an den Schatz und den Lageplan, der im Buch verzeichnet ist. Aber er sieht darin eine Möglichkeit die Panzerknacker für eine Weile loszuwerden. Doch kaum sind die Ganoven auf großer Fahrt in Richtung Schatz, schnallt Dagobert mit der Hilfe seiner Neffen, dass er seine Erzfeinde schnurstracks auf den Weg unermesslichen Reichtums geschickt hat. Und so muss er versuchen, den Panzerknackern den Schatz abzujagen... Tick, Trick und Track tragen zwar während der Expedition ihre Fieselschweif-Mützen, ansonsten aber ist die Geschichte hier fehl am Platz. Die Zeichnungen sind mies und das Ende darüber hinaus viel zu plötzlich. Note: 4-

 

Held des Tages

Copyright Egmont Ehapa

  • 11 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Marco Bosco
  • Zeichnungen: Vinicio Corda

Mittelmaß Diese neun Jahre alte Produktion überzeugt! ...auf den ersten neun Seiten zumindest. Danach wird der Plot von Moppel, der bei einem Brand heldenhaften Einsatz zeigt und so in der Presse berühmt wird, einfach so in wenigen Bildern kaputt gemacht. Der sagenhaft blöde Schlussgag setzt dem Abgang die Krone auf. Immerhin sind die Zeichnungen von Corda, der ausschließlich Fähnlein-Geschichten zwischen 1997-2000 gezeichnet hat, ansehnlich. Note: 3

 

Galaktischer Einsatz

  • 25 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Francois Corteggiani & Romano Scarpa
  • Zeichnungen: Romano Scarpa

Gut Diese Geschichte ist in vielfacher Hinsicht besonders: Sie erscheint hier als deutsche Erstveröffentlichung, ist in Scarpas später Mondadori-Zeit entstanden und ist seine einzige Zusammenarbeit mit Francois Corteggiani. Zugleich ist sie Scarpas erste Fieselschweif-Geschichte nach 8 Jahren und zugleich seine letzte Produktion in dieser Richtung gewesen. Daniel Düsentrieb hat einen Strahlenschutz für die Erde entwickelt, der vor der Sonne platziert werden kann. Eines Nachts allerdings werden seine Konstruktionspläne dafür gestohlen. Bald darauf geht im Entenhausener Raumfahrtzentrum eine Videobotschaft der Panzerknacker ein. Sie kündigen an, ihren nach den geklauten Plänen gebauten Strahlenschutz umzufunktionieren, um ihn so vor der Sonne zu platzieren, dass auf Entenhausen nie wieder auch nur ein Schimmer Licht fällt. Der Untergang Entenhausens kann nur mit der Zahlung von etlichen Fantastilliarden behoben werden. Und da das natürlich niemand will, befinden sich Düsentrieb und einige abenteuererprobte Fieselschweiflinge ein paar Stunden später auf dem Weg ins All... Die Geschichte ist nett, wenn auch nichts, was den erprobten LTB-Leser überraschen würde. Scarpa sorgt aber mit seinen Zeichnungs-Juwelen dafür, dass die Geschichte sich im oberen guten Bereich festsetzen kann. Alles in allem also eine Produktion, die ihre Veröffentlichung in Deutschland nach 13 Jahren redlich verdient hat! Note: 2+

 

Projekt Arche Noah

Copyright Egmont Ehapa

  • 30 S.
  • aus Unternehmen Fähnlein Fieselschweif 1 (1996)
  • Story: Francois Corteggiani
  • Zeichnungen: Giorgio Cavazzano & Alessandro Zemolin

Gut Die hier vorliegende bisher letzte Fieselschweif-Geschichte mit Zeichnungen von Gavazzano und Zemolin ist zwar bereits zwölf Jahre alt, das merkt man ihr weitestgehend aber nicht an, höchstens die Übersetzungen pflegen heute meist einen anderen Stil als damals. Die Fieselschweiflinge werden im Auftrag eines gewissen Professor Botanikus in den Regenwald Amazoniens geschickt, um dort eine Art Überlebenstraining zu absolvieren. Was die Kids nicht wissen: Bei dem Regenwald in dem sie gelandet sind, handelt es sich um einen künstlich geschaffenen, elektronisch gesteuerten Mikrokosmos. Und als die Jungs mitten im Wald ein Kabel finden und es kurzerhand durchtrennen, steuert die Regenwald-Attrappe auf einen Klimakollaps zu... Dem Comic wird genug Platz gelassen, um Gags und Plot ausreichend zu entwickeln, die Zeichnungen setzen dem ganzen die Krone auf. Besonders lobend müssen hier die hervorragenden, weil in allen Farben des Regenbogens glänzenden Kolorierungen Zemolins erwähnt werden. Note: 2+


Urlaub in den Bergen

  • 28 S.
  • aus Donald Duck 299 (1984)
  • Story: Thomas Michelsen
  • Zeichnungen: Jaime Diaz Studio

Mittelmaß Donald möchte mit seinen Neffen in den Urlaub fahren und will daher Dagobert überreden, mitzukommen. Der stimmt ein, lässt jedoch Donald als Stellvertreter zu Hause und tritt mit Tick, Trick und Track nicht etwa die verhoffte Reise in den Süden, sondern in den kostengünstigen, weil gebirgigen Norden an. Doch aus dem Wanderurlaub wird schnell Geschäft, als Dagobert in einem Gebirgsbach Gold entdeckt. Als dann noch Klever am Fundort auftaucht, ist das Chaos wieder mal komplett. Hört sich abstrus an? Ist es auch! Zumindest ist die Geschichte dermaßen holprig erzählt, dass es einen schüttelt. Zudem verhalten sich die Ducks an einigen Stellen doch arg untypisch (Dagobert lässt sich sofort ohne Überredung auf einen Urlaub ein, Donald als perfekter Stellvertreter Dagoberts). Drittens passt die Story nicht in diesen Band, schließlich geht es fast nur um Dagobert. Die Zeichnungen reichen auch nicht übers untere Mittelmaß hinaus, daher gibt’s so gerade noch die Note: 3-


Die Zauberkrone des Pharao

Copyright Egmont Ehapa

  • 32 S.
  • aus Unternehmen Fähnlein Fieselschweif 10 (1997)
  • Story: Francois Corteggiani
  • Zeichnungen: Alessandro Gottardo

Gut Das Fähnlein Fieselschweif befindet sich zur Zeit in Alexandria, um sich an der Suche nach Schätzen aus der Zeit der Pharaonen zu beteiligen. Als die Pfadfinder eines Nachts am Hafenkai auf Verbrecher treffen, die ebenfalls hinter den Schätzen der alten Ägypter her sind, wird Moppel bei dem anschließenden Handgemenge ins Wasser geschmissen. So weit, so abenteuerlich. Doch jetzt wird’s abstrus: Plötzlich findet sich der verfressene Fieselschweifling in der Pharaonenzeit wieder – als Sohn des Pharaos. ZUFÄLLIG bekommt er bei seiner Reise (nach einigen Turbulenzen) die Position des größten Schatzes von Alexandria mit, um darauffolgend wieder ins Wasser zu fallen und in der Jetzt-Zeit aufzuwachen. Reichlich seltsam, das ganze. Immerhin sind die Illustrationen Gottardos eine Augenweide, es handelt sich hier allerdings um Gottardos bisher letzte Geschichte mit dem Fähnlein. Er und die Übersetzungen retten diese Produktion schließlich vor dem Mittelmaß. Note: 2-

 

Schöne Ferien

  • 19 S.
  • aus Unternehmen Fähnlein Fieselschweif 3 (1997)
  • Story: Gaetano Russo
  • Zeichnungen: Stefano De Lellis & Alessandro Ronchi

Gut In der Kasse des Fähnleins herrscht momentan äußerste Ebbe, und so scheinen alle gemeinsamen Ferienpläne der Fieselschweiflinge ins Wasser zu fallen. Doch da kommt eine Idee auf. Warum nicht ein Ferienlager für Kinder in freier Natur veranstalten? Mit den Erlösen könnte man dann mit versammelter Mannschaft ans Meer fahren... wären da nicht die Kinder. Denn die bauen mehr Mist, als es die krisenerprobten Pfadfinder vermutet hatten. Das Ende ist zwar sehr glatt und etwas unrealistisch, dennoch weiß der Plot zu gefallen. Die Zeichnungen dagegen kommen über oberes Mittelmaß nicht heraus, und so bleibt ein fader Beigeschmack. Note: 2-

 

Interplanetarischer Austausch

  • 30 S.
  • Deutsche Erstveröffentlichung
  • Story: Jerry Siegel
  • Zeichnungen: Luciano Gatto

Gut Tick, Trick und Track treffen auf der Spur eines ausgebüchsten Kanarienvogels auf drei Pfadfinder aus dem Weltraum, deren Chef einen interplanetarischen Austausch geplant hat. Und so finden sich die drei Fieselschweiflinge sehr bald auf einem Planeten wieder, auf dem es Riesenameisen, Dinosaurier, Roboter und ähnliches gibt – und natürlich eine voll automatisierte „Schlaues Buch“-Datenbank. Aber auch den Außerirdischen kommt es auf der Erde ziemlich spanisch vor... Relativ originelle Handlung mit einem Schwerpunkt auf Abenteuern (nicht gerade zugunsten von Gags), Gattos Zeichnungen sind zum Teil ein wenig langweilig geraten. Note: 2

 

Fazit

  • Highlight Erstveröffentlichungen von Starzeichnern /-autoren
  • Mittelmaß Die meisten Geschichten passen zum Thema
  • Mittelmaß 28 Seiten pro Geschichte durchschnittlich
  • Schlecht Cover schlecht ausgeführt
Gesamtnote: 2-
Rezensent: Marcel Lorenz
rezensiert am: 03.10.2008
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 21. September 2014 um 12:06 Uhr